Weißstörche im Herzogtum

Storchenbericht (Uschi und Hans-Werner Oltmann, 2025)

Wir betreuen einen Teil der Nester im Kreis Herzogtum Lauenburg. Unser Bereich reicht von Börnsen, Escheburg über Gülzow bis Kuddewörde.

In diesem Abschnitt befinden sich 17 Nester; davon waren im Frühjahr 12 Nester besetzt. Aufgrund des trockenen Frühjahrs/Sommers fehlte es den Küken teilweise an entsprechender Nahrung, wie Regenwürmer und kleine Amphibien. Dies hatte zur Folge, dass die Alttiere einen Teil ihrer Küken getötet und aus dem Nest geworfen haben, so zum Beispiel in Wiershop und Escheburg. Weiterhin gab es einige tote Küken in den Nestern von Kudddewörde, Wiershop, Sahms und Gülzow. Insgesamt haben 30 Jungstörche den Herbstzug angetreten.

Nun noch ein paar Ereignisse, die sich im Laufe des Storchenjahres zugetragen haben:

Am 29.3.2025 erreichte uns die Nachricht von Heike Kramer, dass in Hamwarde von Anliegern ein schwer verletzter Storch im Forstweg gefunden wurde. Die von ihnen alarmierte Polizei hat das Tier dann von seinen Leiden erlöst. Da der Storch beringt war, konnte aufgrund der Ringnummer folgendes durch die Vogelwarte Helgoland festgestellt werden: Der Storch wurde am 28.6.2012 in Sipnitz/Deutschland beringt. Das Geschlecht ist unbekannt. Aufenthalt und Sichtungen in der Region Lüneburg.

In Wiershop hatten sich zwei Jungstörche auf dem Nest in einem Netz verfangen. Sie wurden von der Familie Pemöller aus ihrer misslichen Lage befreit.

Nach einem Sommersturm im Juli (Kalenderwoche 30) war der Nistbaum in Gülzow umgebrochen. Glücklicherweise haben alle Störche das Unglück überlebt. Sie haben danach ein leeres Nest im Birkenweg angenommen, welches ca. 300 Meter vom alten Nest entfernt ist. Bis zum 30. Juli konnten wir die Störche auf einem Feld Richtung Krukow beobachten. Danach haben sie vermutlich den Herbstzug angetreten. Ob die Altstörche 2026 das Nest im Birkenweg wieder annehmen werden, bleibt abzuwarten.

In Basthorst haben die Störche das stark verwitterte Nest neu aufgebaut und einen Jungvogel darin aufgezogen.


Storchenbericht (Uschi und Hans-Werner Oltmann, 2022)

Die Saison 2022 ist gut verlaufen: Es sind 103 Jungstörche groß geworden und ausgeflogen.

Der Kreis Herzogtum Lauenburg hat ca. 189 Neststandorte, davon wurden 75 zur Brut genutzt (aus dem Weißstorchbericht 2022 Herzogtum Lauenburg).

 

Der Bereich, den wir betreuen, umfasst folgende Dörfer:

Escheburg: es wurden 4 Küken ausgebrütet. Zwei wurden aus dem Nest geworfen. Die restlichen beiden haben die Reise ins Winterquartier angetreten.

Hamwarde: Das Nest wurde von zwei Störchen besetzt, zwei Küken sind geschlüpft und wurden nach zwei Wochen aus dem Nest geworfen.

Wiershop: Das Nest wurde besetzt (siehe ausführlichen Bericht am Ende).

Gülzow: Vier Nester stehen im Ort, zwei wurden besetzt, in einem Nest kam es nicht zur Brut. Im Baumnest ist ein Küken geschlüpft und wurde erfolgreich aufgezogen.

Neu Gülzow: Das Nest wurde mehrfach angeflogen, aber nicht besetzt.

Havekost: Das Nest wurde besetzt und zwei Küken erfolgreich aufgezogen.

Kasseburg: Es wurde mehrfach ein Storch auf dem Nest gesehen, es kam zu keiner Brut.

Kollow: Auf dem Nest von Harms waren öfter zwei Störche, es wurde nicht gebrütet. Das Nest von der Rindergilde wurde nicht besetzt.

Möhnsen: Das vorhandene Nest wurde nicht angenommen, es müsste dringend saniert werden.

Sahms: Es erfolgte eine erfolgreiche Brut und Aufzucht. Zwei Junge sind in den Süden aufgebrochen.

Kuddewörde: Drei Küken sind geschlüpft. Sie haben sich gut entwickelt und haben sehr früh mit den ersten Flugversuchen begonnen. Alle Jung- und Alttiere haben die Reise in das Winterquartier angetreten.

In Summe sind in unserem Bereich 11 Jungstörche aufgewachsen.

 

Am Beispiel von Wiershop möchten wir einmal einen Einblick in das Storchenjahr geben:

Am 14.2.22 traf der erste Storch ein. In den folgenden Tagen wurde das Nest stark umkämpft, so dass ein Storch eine Wunde am Oberschenkel davongetragen hatte. Am 22.3. kehrte endlich die Störchin aus den Vorjahren zurück (sie konnte eindeutig erkannt werden, da sie beringt ist). Bald danach wurde mit der Brut begonnen, und es wurden vier Eier innerhalb weniger Tage gelegt. Am 7.5.22 schlüpften drei Küken und die Eltern hatten genug mit der Futtersuche zu tun. Das Nest wurde von fünf ausgewachsenen Störchen besucht, wovon vermutlich drei aus dem Vorjahr stammen, sie durften sogar auf dem Nest landen.

Am 19.5.22 ein großer Schreck: Es befanden sich nur noch zwei Küken im Nest. Es wurde ein totes Küken gefunden, aber es gab weitere Kämpfe um das Nest, und die Alttiere mussten immer öfter das Nest zur Futtersuche verlassen. Am 25.5.22 konnte man zwei Küken sehr mobil im Nest sehen, das Federkleid zeigte die ersten schwarzen Ansätze. Am 6.7.22 verließen die Jungstörche das Nest und   spazierten auf der Straße herum. Zum Glück kam kein Storch zu Schaden, denn die Autofahrer verhielten sich sehr rücksichtsvoll. Die Jungen gediehen prächtig, aber dann,  am 28.7.22, wurde ein Jungstorch vermisst. Die Suche im Ort verlief ergebnislos. Ab 2.8.22 begab sich Frau Altstorch öfter für mehrere Tage auf Achse und kehrte aber immer wieder zum Nest zurück. Am 30.8.22  haben die Altvögel  und der nachgebliebene Jungstorch  die Reise ins Winterquartier angetreten.

 

Wir möchten uns ganz herzlich bei Frau Pemöller für die regelmäßigen Informationen und Bilder aus dem Storchennest bedanken.


Storchenbericht (Hans-Werner Oltmann, 2021)

Im gesamten Herzogtum Lauenburg sind 181 Neststandorte bekannt. 68 wurden zur Brut genutzt. Insgesamt 78 Jungstörche wurden in 39 Nestern aufgezogen (Weißstorchbericht 2021 Kreis Herzogtum Lauenburg, Stand 4.11.21).

 

Die von uns (Uschi und Hans-Werner Oltmann) betreuten Ortschaften im Südkreis sind: Escheburg (1 Nest), Hamwarde (1 Nest), Wiershop (1 Nest), Neu Gülzow (1 Nest), Gülzow (2 Nester), ein drittes wurde diesen Herbst aufgestellt.Kollow (2 Nester), Sahms (1 Nest), Möhnsen (1 Nest), Havekost (1 Nest), Kasseburg (1 Nest), Kuddewörde (1 Nest).

 

Die ersten Aktionen begannen im März mit der Nestpflege, hier wurde z.B. in Havekost das vorhandene Nest teilweise abgetragen und gereinigt (siehe Foto). Diese Arbeiten wurden von der Ortsgruppe Mölln koordiniert und ausgeführt.

 

Es war ein ereignisreiches Jahr, durch Kälte und Regen kam es zu zahlreichen Ausfällen. In Sahms waren vier Küken geschlüpft und haben nicht überlebt. Ebenfalls sind in Havekost alle Küken umgekommen. In Escheburg war ein Küken aus dem Nest gefallen, es hat nicht überlebt. Die im Nest verbliebenen zwei Eier sind nicht weiter bebrütet worden (lt. Herrn Pfeifer). In Hamwarde haben sich zwei Altvögel mit der Brut versucht. Ein Tier war verletzt und ist offensichtlich verendet. Das Nest blieb daraufhin leer.

Es ist aber auch positives zu berichten: In Wiershop war ein Altvogel beringt. Bei der Überprüfung konnte festgestellt werden, dass er bereits 2019 in Wiershop gebrütet hat. Aus den vier Eiern sind drei Küken geschlüpft, diese haben auch die Reise in den Süden angetreten.

In Gülzow sind vier Küken geschlüpft, ein fünftes Ei war offensichtlich nicht befruchtet. Im zweiten Nest (siehe Foto) sind zwei Küken geschlüpft, eins hat im Herbst die Reise nach Süden angetreten. Der zweite Jungvogel hat bei seinem ersten Flugversuch eine Bruchlandung hingelegt. Er konnte nicht zu einem neuen Flugversuch bewegt werden. Letztendlich musste er eingefangen werden und wurde von Herrn Pelch, Hamburg, mitgenommen und in eine Pflegestation nach Erfte gebracht, wo er überwintern wird, und im Frühjahr 2022 ausgewildert werden soll. In Kuddewörde sind zwei Jungstörche aufgewachsen (siehe Foto: ein Altvogel mit den beiden Jungen).

Von den 13 Nestern sind 11 Jungstörche groß geworden, 10 traten die Reise ins Winterquartier an.

Ich möchte meinen Bericht schließen mit der Nachricht vom 7.9.21 aus Wiershop: „Nun ist auch Herr Storch abgeflogen.“