
Im Frühjahr, bei milder, feuchter Witterung, beginnen die Erdkröten zu wandern, wie fast alle Amphibien. Den Winter über haben sie in Erdspalten, unter Wurzeln oder in Höhlen verbracht. Nun zieht es sie in den Abendstunden wieder zu ihren Laichgewässern, in denen sie vor Jahren als Kaulquappe aufwuchsen.
Ihre Wanderung ist lebensgefährlich. Beim Überqueren viel befahrener Straßen haben sie kaum eine Chance. Autofahrer sollten daher Nebenstrecken, die wie das Bistal an Laichgewässern liegen, während feuchter, warmer Abendstunden meiden.
Im Bistal, Gemeinde Escheburg im Osten Hamburgs, wird zwischen Februar und April von der NABU Gruppe Geesthacht ein Amphibienschutzzaun mit Fangeimern errichtet und betreut. Während der Aufstellzeit wurden die in den Eimern aufgefangenen Tiere, hauptsächlich Erdkröten, sowie die lebenden und toten Tiere entlang der Straße im Bistal von der B5 bis zum Fahrendorfer Weg registriert. Darüber hinaus wird im Mai und Juni ein Sperrzaun aus Folie am Amphibienteich aufgestellt, um die Jungkröten daran zu hindern, über die Straße zu wandern, und um sie in Richtung Wald zu leiten.
Es gibt wohl kaum eine Naturschutzgruppe, die nicht dringend weitere Helfer*innen sucht, denn Amphibienschutz ist aufwändige Handarbeit. Um mitzumachen, sind Vorkenntnisse nicht zwingend nötig. Die Saison erstreckt sich in der Regel über zwei bis drei Monate, mit dem Höhepunkt gegen Mitte März. Es ist schön, wenn jemand an vielen Tagen mit anpacken kann, wer nur einmal oder zweimal Zeit hat, ist aber auch willkommen.
Zunächst müssen Zäune aufgestellt werden – teils übernimmt das die Kommune oder die Straßenbauverwaltung. Stehen die Zäune, müssen diese jeden Tag kontrolliert werden, am besten am frühen Abend und am frühen Morgen. Befinden sich Amphibien in den Eimern, werden diese in Transporteimer umgefüllt und über die Straße getragen. In der Regel werden dabei auch Anzahl, Arten und Geschlechter notiert. Wie die Hilfe funktioniert, wie man die Tiere richtig anfasst, wie man Grasfrösche von Springfröschen oder Bergmolche von Teichmolchen unterscheidet, ist schnell gelernt.
Bei Interesse wenden Sie sich einfach an den NABU Geesthacht.
Wir können nicht überall sein. Daher unsere Bitte auch an Sie: Seien Sie wachsam und fahren besonders im zeitigen Frühjahr (Februar-April) an verregneten Abenden vorsichtig.
Aktuelles 2026:
Aufbau des Krötenzauns im unteren Bistal (Gemeinde Escheburg):
Am 21. Februar, 14 Uhr in Escheburg, Parkplatz im Bistal am Teich unten
Für diesen Termin bitten wir um Anmeldung bei Peter Mierow unter [email protected].
Krötenzaun im oberen Bistal bei den Fischteichen (NABU Geesthacht):
Termin wird kurzfristig über die NABU-Homepage, die Presse und den StadtLand.Funk-Escheburg bekanntgegeben.
Bitte Handschuhe, Spaten, Harke und wetterfeste Kleidung, wenn möglich, mitbringen.
Die Wanderung beginnt mit dem Ende der kalten Wintermonate. Die Tiere orientieren sich hauptsächlich an der Feuchtigkeit und den Temperaturen und suchen dann ihre Laichgewässer auf. Doch was bedeutet das in der Praxis?
In den letzten Jahren lässt sich ein Trend beobachten: Das Wetter wird immer unberechenbarer. Amphibien bevorzugen warme, feuchte Nächte, doch zunehmend gibt es im Frühling längere Trockenperioden, die die Wanderung erschweren. Auch wirken sich diese Phasen negativ auf die Fortpflanzung aus, da die Laichgewässer oft austrocknen.
So war es auch im Jahr 2025: Nach extrem niedrigen Niederschlägen von Februar bis April waren viele Gewässer im Hamburger Raum von sehr niedrigen Wasserständen betroffen oder sogar ganz ausgetrocknet, was den Nachwuchs der Amphibien zerstörte. Dies wird durch die Entwässerung der Landschaft oft noch verschärft. Selbst in Schutzgebieten sorgen ausgedehnte Grabennetze dafür, dass Regenwasser schnell abfließt, anstatt in den Böden zu versickern.
„Die zunehmend ungleiche Verteilung der Niederschläge macht dringend ein Umdenken notwendig, wie wir mit dem Wasser in der Landschaft umgehen“, forderte unlängst Frederik Schawaller, Moorschutz-Referent beim NABU Hamburg. „Die Niederschläge, gerade die ergiebigen Winterniederschläge, müssen wo immer möglich, in den Gebieten zurückgehalten werden, um einen Puffer für Trockenperioden zu bewahren. Nur so lassen sich langfristig die Lebensräume vieler Amphibien und zahlreicher anderer Arten erhalten.“
Der Klimawandel hat ebenfalls Einfluss auf die Wanderzeiten. Die Tiere brechen immer früher auf, wenn die Temperaturen steigen. In den letzten Jahren wurde bereits beobachtet, dass die Wanderung teils schon im Februar beginnt, anstatt wie früher erst Ende März. Besonders im Nordwesten Deutschlands, wo die Winter zunehmend milder werden, wird sich dieser Trend in Zukunft noch verstärken.
Trockenheit und Wetterphasen werden also auch weiterhin eine ernsthafte Herausforderung für die Tiere darstellen – und es liegt an uns, den Wandel mitzutragen.
Und wie sah es im Raum Geesthacht aus?
Auch 2025 haben der NABU Geesthacht im Bistal sowie der Fachdienst Umwelt bzw. Bauhof der Stadt Geesthacht an 4 Standorten Amphibienzäune aufgebaut. Die täglichen Dienste in der Zeit vom 03.03. bis zum 23.04.25 wurden im festen Rhythmus von den Aktiven unserer NABU- und unserer NAJU-Gruppe, vom Fachdienst Umwelt der Stadt Geesthacht sowie von einzelnen Anwohnern übernommen. Herzlichen Dank an alle Helferinnen und Helfer! Nur durch euch konnten wir in diesem Jahr fast 1.500 Amphibien bei der Wanderung behilflich sein! Insgesamt ist das Ergebnis erfreulicher als in den letzten 3 Jahren.
Am 28. Februar wurde der feste Krötenzaun vom Anfang bis zur Pumpstation und von der Pumpstation bis zum Ende mit den Fangeimern bestückt. Der mobile Zaun im dritten Abschnitt konnte erst am 7. März aufgebaut werden.
Der Abbau aller drei Zäune erfolgte am 14. April. Es wurden insgesamt 435 Amphibien über die Straße gebracht. Damit waren es im Vergleich zum Vorjahr 69 Individuen mehr. Folgende Arten und Individuen wurden 2025 gezählt:
Erdkröten 380, Wasserfrosch 23, Moorfrosch 3, Laubfrosch 3, Grasfrosch 0, Knoblauchkröte 0, Teichmolch 17, Kammmolch 9
(insgesamt 435 Individuen)
Allen Sammlern/innen und der Gemeinde Gülzow an dieser Stelle meinen herzlichen Dank.
Der Krötenzaun wurde in diesem Jahr am 25.02.2022 aufgebaut und am 22.04.2022 abgebaut. Es war eine Gemeinschaftsarbeit mit der Gemeinde Gülzow, den Sammlern aus Gülzow/ Neu Gülzow und vom NABU Geesthacht. Allen Helfenden und Sammler*innen herzlichen Dank.
Die Anzahl der Amphibien war in diesem Jahr stabil, aber nicht zu vergleichen mit dem Jahr 2006, dort wurden 3291 Erdkröten, 18 Braunfrösche und 70 Teichmolche auf einer Zaunlänge von ca. 600 Metern eingesammelt.
Ab 2016 wurde der Zaun um ca. 300 Meter auf eine Gesamtlänge von ca. 1000 Meter verlängert. Man kann daran erkennen, wie stark die Population zurückgegangen ist – ein Trend, der leider in den letzten Jahren überall zu beobachten ist. Es wurden folgende Arten und Individuenzahlen eingesammelt:
Erdkröten 2022: 381 Stück / 2021: 396 Stück
Grasfrösche 2022: 22 Stück / 2021: 13 Stück
Moorfrösche 2022: 2 Stück / 2021: 2 Stück
Laubfrösche 2022: 0 Stück / 2021: 1 Stück
Wasserfrösche 2022: 22 Stück / 2021: 30 Stück
Teichmolch 2022: 10 Stück / 2021: 22 Stück
Kammmolch 2022: 33 Stück / 2021: 9 Stück
Summe (einschl. tote Exemplare): 2022: 472 Stück / 2021: 474 Stück
Zum Schutz der Amphibien auf ihrer Wanderung zu den Laichgewässern wurden an 4 Standorten Krötenzäune aufgebaut. Die täglichen Dienste in der Zeit vom 23.2. bis zum 20.4.22 wurden im festen Rhythmus von den Aktiven unserer NABU- und unserer NAJU-Gruppe sowie vom Fachdienst Umwelt der Stadt Geesthacht übernommen. Herzlichen Dank an alle Helfer*innen!
Die Amphibienzahlen an den Standorten der Krötenzäune stellten sich 2022 wie folgt dar:
Wilhelm-Holert-Straße: 117 Erdkröten, 28 Grasfrösche, 1 Teichfrosch, 1 Kammmolch, 2 Teichmolche
Worther Weg: 150 Erdkröten, 6 Grasfrösche, 2 Kammmolche, 5 Teichmolche
Mercatorstraße: 27 Erdkröten, 22 Knoblauchkröten, 56 Grasfrösche, 78 Moorfrösche, 3 Teichfrösche, 1 Kammmolch, 13 Teichmolche
Bistal: 52 Erdkröten, 26 Grasfrösche, 13 Teichfrösche, 3 Wasserfrösche, 2 Bergmolche, 2 Kammmolche, 160 Teichmolche
Der Krötenzaun wurde am 5.03.2021 aufgebaut und am 23.04. 2021 abgebaut. Es war eine Gemeinschaftsarbeit mit der Gemeinde Gülzow, den Sammlern aus Gülzow und vom NABU Geesthacht. Allen Helfenden und Sammler*innen herzlichen Dank.
Die Anzahl der Amphibien war auch in diesem Jahr rückläufig. Ein Trend, der leider in den letzten Jahren überall zu beobachten ist. Es wurden folgende Arten und Individuenzahlen eingesammelt:
Erdkröten 2021: 396 Stück / 2020: 596 Stück
Grasfrösche 2021: 13 Stück / 2020: 12 Stück
Moorfrösche 2021: 2 Stück / 2020: 0 Stück
Laubfrösche 2021: 1 Stück / 2020: 0 Stück
Wasserfrösche 2021: 30 Stück / 2020: 0 Stück
Teichmolch 2021: 22 Stück / 2020: 9 Stück
Kammmolch 2021: 9 Stück / 2020: 16 Stück
Zum Schutz der Amphibien auf ihrer Wanderung zu den Laichgewässern wurden an 4 Standorten Krötenzäune aufgebaut – im Bistal von uns, im Stadtgebiet hat der Bauhof den Auf- und Abbau übernommen. Die täglichen Dienste in der Zeit vom 27.2. bis zum 24.4.21 wurden im festen Rhythmus von den Aktiven unserer NABU- und NAJU-Gruppe sowie vom Fachdienst Umwelt der Stadt Geesthacht übernommen. Herzlichen Dank an alle Helfer!
Die Amphibienzahlen an den Standorten der Krötenzäune stellten sich 2021 wie folgt dar:
Worther Weg: 206 Erdkröten, 7 Grasfrösche, 24 Teichmolche
Wilhelm-Holert-Straße: 113 Erdkröten, 49 Grasfrösche, 2 Teichfrösche, 3 Teichmolche
Mercatorstraße: 47 Erdkröten, 1 Knoblauchkröte, 14 Grasfrösche, 5 Moorfrösche, 8 Teichmolche
Bistal: 24 Erdkröten (+ 46 tote Individuen auf der Straße außerhalb der Krötenzaunstrecke),
5 Grasfrösche, 2 Bergmolche, 6 Teichfrösche, 11 Kammmolche, 47 Teichmolche