Auch in 2025 haben viele große und kleine Interessierte unser kostenfreies Angebot rund um die NABU Nacht der Fledermäuse wahrgenommen. Bei besten Wetterbedingungen und guter Stimmung haben wir zahlreiche Fledermausarten über die Detektoren hören und in der Dämmerung beobachten können. Ein besonderer Dank geht an unseren Fledermaus-Experten Holger Siemers.
Unser Jahr als Fledermausschützer beginnt im Januar mit der Kontrolle der von unserer Ortsgruppe betreuten Fledermausbunker, in denen sich hauptsächlich Wasserfledermäuse, Fransenfledermäuse und Braune Langohren im Winterschlaf befinden.
Nachdem wir im Januar 2024 in unserem FFH-Bunker einen Rekord von 63 Fledermäusen zählen konnten, wurde dieser Wert 2025 mit respektablen 60 Individuen fast erreicht.
Einen weiteren Bunker haben wir im August 2023 mit 36 zusätzlichen Überwinterungssteinen ausgerüstet. Hier war die Zahl der Überwinterungsgäste zeitweise bis auf nur eine Wasserfledermaus heruntergegangen. Jetzt scheint es wieder aufwärtszugehen, denn mit 5 Wasserfledermäusen und 2 Braunen Langohren zeigt der Trend in die richtige Richtung.
In einem weiteren Bunker, der nicht unbedingt die optimalen Bedingungen bietet, konnten nicht nur 2 Braune Langohren wie letztes Jahr, sondern sogar eine Breitflügelfledermaus (neben dem Großen Abendsegler unsere größte Fledermausart in Schleswig-Holstein) notiert werden.
Sorgen bereitet uns allerdings ein Bunker in Tesperhude. Obwohl klimatisch in puncto Temperatur und Luftfeuchtigkeit sehr gute Voraussetzungen für die Überwinterung vorherrschen, waren nur 3 Fledermäuse aufzufinden.
Nach längerer Überlegung kam unser Team (Matthias Göttsche aus Kiel, Holger Siemers aus Mölln und Jens Gutzmann aus Geesthacht) zu dem Schluss, dass die Straßenbeleuchtung zu stark den Einflug ausleuchtet und die Fledermäuse deshalb diesen Bunker meiden.
Eine Anfrage bei der Stadt, dies zu ändern, stieß auf offene Ohren und die direkt gegenüberliegende Laterne wurde optimiert. Nun sind wir natürlich gespannt, ob sich auch hier die Zahl der Überwinterungsgäste anheben lässt.
Im Herbst kontrollierten wir zudem die Sommerquartiere in Grünhof, am Hohen Elbufer, in den Besenhorster Sandbergen und auf dem Waldfriedhof. Hier sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr stabil. Sehr positiv heben sich allerdings Grünhof und Hohes Elbufer ab, wo wir 41 Rauhautfledermäuse (Vj 25), 3 Große Abendsegler (Vj 1) und 17 Mückenfledermäuse (Vj 6) zählen konnten.
Wie immer, müssen wir vor dem Rückschluss warnen, es würden trotz Klimawandel und Insektensterben mehr Fledermäuse werden. Diese Zahlen belegen lediglich, dass unsere künstlichen Angebote zur Überwinterung oder als Sommerquartier von mehr Individuen angenommen werden, vermutlich, weil immer mehr natürliche Quartiere verloren gehen.
Was hat es denn nun mit dem in der Überschrift versprochenen Skandal im Fledermausbunker auf sich?
Bei einer Vorkontrolle noch vor der offiziellen Bunkerkontrolle im Januar flog bereits bei Betreten des Bunkers eine Wasserfledermaus herum. Das ist nicht ungewöhnlich, denn von Zeit zu Zeit wachen die Fledermäuse aus dem Winterschlaf auf, um sich zu putzen, zu trinken und die Bedingungen im Bunker und manchmal sogar außerhalb des Bunkers zu überprüfen.
Da diese Fledermaus jedoch überaus aktiv war, habe ich ihre weiteren Aktionen mitverfolgt.
Neben den oben erwähnten Überwinterungssteinen aus Gasbeton bieten wir den Fledermäusen auch sogenannte Trapeze - quasi Wellblech aus durchsichtigem Plastik - an. Hier können sie an der Wand von unten in die entstandenen Röhren hineinkriechen und sicher überwintern.
Die genannte Wasserfledermaus ist jedoch von oben (trotz Verschluss mit Bauschaum) in eine solche Röhre gekrochen und hat unter lauten Sozialrufen eine in der Röhre schlafende Wasserfledermaus immer weiter bedrängt, so dass diese letztendlich sogar aus dem Trapez herausfiel. Da sie noch halb im Winterschlaf war, konnte sie nicht fliegen, sondern lag nur benommen auf dem Boden. Auch ich war von diesem rüden Verhalten sehr überrascht, denn weder hatte ich solches zuvor beobachtet noch hatte jemals davon gehört.
Schließlich hob ich sie auf und legte sie sicher auf einem der Überwinterungssteine ab, damit sie nicht durch Fressfeinde gefährdet ist.
Bei einer Nachkontrolle am nächsten Tag hatte sie sich selbst gerettet und die freche Fledermaus schlief friedlich in der Röhre, als sei nichts gewesen.
Im Rahmen des Fledermausschutzes führen Holger Siemers (NABU Mölln), Jens Gutzmann, Marina Hjelm, Friedhelm Ringe, Miriam Schmidt und Heike Kramer die Bestandsaufnahmen der Fledermäuse und die Säuberung der Kästen durch: 130 Fledermauskästen im Tesperhuder Wald, auf dem Waldfriedhof, in der Oberstadt, in den Besenhorster Sandbergen, auf dem Escheburger Golfplatz und in den NABU-Waldstücken. Insgesamt konnten 18 Große Abendsegler, 23 Rauhautfledermäuse und 15 Mückenfledermäuse in den Kästen gezählt werden. Alle Kästen sind in diesem Jahr repariert, freigeschnitten und nummeriert worden. Die Fledermaus-Überwinterungsbunker werden von Jens Gutzmann betreut.
Bestandsaufnahmen, Kästen-Anbringung und -Kontrolle, Exkursionen und die "Nacht der Fledermäuse" gehören zu unseren vielseitigen Aktivitäten rund um den Fledermausschutz.
Zusammenfassung unserer Aktivitäten rund um den Schutz der Fledermäuse in 2021:
Bei der 24. Nacht der Fledermäuse Ende August 2021 gab Herbert Bahr eine Einführung in die Welt der Fledermäuse. Zusammen mit Wolfram Staudte, Heike Kramer, Friedhelm Ringe, Rüdiger Drews und Elfi Minge konnten die kleinen und großen Gäste der Fledermausnacht an einem Infostand Material zum Thema Fledermäuse und NABU bekommen und anschließend bei einer Exkursion die nächtlichen Jäger mit Hilfe eines Fledermausdetektors hören und im Taschenlampenlicht sehen.
Im Rahmen des Fledermausschutzes führten Herbert Bahr, Holger Siemers (NABU Mölln), Jens Gutzmann, Marina Hjelm und Friedhelm Ringe die Bestandsaufnahmen der Fledermäuse und die Säuberung der Kästen durch: 130 Fledermauskästen im Tesperhuder Wald, auf dem Waldfriedhof, in der Oberstadt, in den Besenhorster Sandbergen, auf dem Escheburger Golfplatz und in den NABU-Waldstücken. Die Fledermaus-Überwinterungsbunker wurden von Herbert Bahr und Jens Gutzmann betreut. Die Vogel- und Fledermauskästen der Firma Buhck in Wiershop wurden von Enrico Schwabe, Herbert Bahr und Marin Vogelsang, Fa. Buhck, kontrolliert und gesäubert.
Wenn die Nacht herein bricht im Wald von Geesthacht-Tesperhude, beginnt die Zeit der Fledermäuse. Begleitend zur 24. Nacht der Fledermäuse 2021 können Sie hier unseren Film "Die Fledermäuse von Tesperhude" anschauen (ein Film von Roland Doerffer).