Neues vom Biber an der Elbe

Ein Bericht von Mona und Georg Golly (Stand Dez. 2021)

Nachdem der Biber in Europa als fast ausgerottet galt, ist nun seit einiger Zeit eine natürliche Wiederbesiedlung entlang der Elbe zu beobachten. In den 1990er Jahren gab es erste Meldungen von Biberspuren bei Lauenburg und im Bereich des bis nach Geesthacht reichenden Naturschutzgebietes Hohes Elbufer. Hier befindet sich ein idealer Lebensraum für die vegetarischen Nager, der ihnen ein großes Angebot an Nahrung und Baumaterial bietet: Weiden, Pappeln, Erlen, Eschen, Gräser, Schilf und Wasserpflanzenrhizome – all das finden sie hier.

 

Mittlerweile zählen wir acht bekannte Reviere mit Biberburgen zwischen der Geesthachter Elbbrücke und dem Sandkrug in Schnakenbek. Da die Elbufer aber dicht bewachsen und unwegsam sind, können sich dort noch weitere, bislang unentdeckte Burgen befinden. Auch die dämmerungs- und nachtaktiven Bewohner sind nicht zuletzt wegen ihrer Scheu selten persönlich anzutreffen. Aufgrund der offensichtlichen Baumfällungen, Biberrutschen und -pfade sowie Fraß- und Nagespuren können wir jedoch davon ausgehen, dass in jedem der bekannten Reviere mindestens ein Biber lebt und aktiv ist. Durchschnittlich teilen sich drei bis vier Tiere ein Revier, daher könnte der Elbbereich zwischen Geesthacht und Schnakenbek momentan die Heimat von etwa 30 Bibern sein. Auf der niedersächsischen Elbseite sind uns zwischen Avendorf und Rönne drei bewohnte Burgen bekannt.

 

Doch nicht nur die Biberburgen können an der Elbe entdeckt werden, sondern seit dem 27. August 2021 auch ein Biber, der garantiert nicht scheu ist: Revierförster Hannes Koopmann schnitzte aus Eichenholz eine Skulptur des Nagetiers und würdigte somit das 25. Jubiläum der erfolgreichen Rückeroberung seines Lebensraumes zwischen Geesthacht und Schnakenbek. Zu finden ist der Holzbiber am Geesthachter Elbwanderweg und markiert den Anfang des Biberpfads in Richtung Schnakenbek.

 

Ein weiteres Highlight dieses Sommers war eine von Jens Gutzmann organisierte Kanutour für die aktiven NABU-Mitglieder. Am 18. Juni 2021 begaben wir uns mit den schmalen Booten auf die breite Elbe und beobachteten die Biberburgen einmal von einer anderen Perspektive. Kurz sahen wir auch einen Biber beim Schwimmen den Kopf aus dem Wasser strecken – doch im nächsten Moment war er schon wieder abgetaucht.

 

So, wie sich der Biberbestand in der Vergangenheit an der Elbe entwickelt hat, kann es auch gerne zukünftig weitergehen – und vielleicht sehen wir dann auch bald wieder Jungtiere.