Vogelinsel Hachede Sand

20 Jahre aktiver Vogelschutz

(c) NABU / Miriam Link
(c) NABU / Miriam Link

Die auf der niedersächsischen Seite (gegenüber Geesthacht) in der Elbe liegende „Vogelinsel" hat sich in den letzten Jahren recht positiv entwickelt. Diese Vogelinsel wird seit über 20 Jahren von der NABU Ortsgruppe Geesthacht in Abstimmung mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg und seiner Außenstelle Geesthacht betreut. Die Bedeutung der Vogelinsel liegt darin, dass diese Flächen weitgehend frei gehalten werden von menschlichen Einflüssen, dass die Natur sich hier sich selbst überlassen bleibt. Durchgeführte Baggerarbeiten für die Herrichtung von Prielen und Teichen waren für die Natur vorteilhaft.

 

In der Laichzeit kommt es in den Prielen zu einem hohen Vorkommen an ablaichenden Brassen und in der Folgezeit zu hohen Beständen an Jungfischen. In der Teichanlage sind erwähnenswert das gute Vorkommen an Grünfröschen und der seltenen Schwanenblume, sowie die hohe Bestandsdichte des seltenen Schlammlings (Pflanzenart an Schlammflächen). Im Schilfgürtel existieren während der Sommerzeit gute Bestände an Sumpf- und Teichrohrsängern (15-17 Brutpaare), sporadisch kommen solche Raritäten wie Blaukehlchen, Wasserralle, Bartmeise, Beutelmeise, Kornweihe etc. vor.

 

Die wahre Attraktion der Vogelinsel ist aber die der Zentralfläche vorgelagerte Sandbank. Durch die Frühjahrshochwasser der letzten Jahre hat sie sich wesentlich vergrößert. Sie ist weitgehend vegetationsfrei. Das ist für die meisten Vogelarten von Vorteil. Während der Zeit des Vogelzuges können auf der Sandbank über einen längeren Zeitraum bis zu 1.000 Kiebitze beobachtet werden, hunderte von Graugänsen, Trupps von Kanadagänsen, reichlich Kormorane und verschiedene Arten von Möwen. Auch der Durchzug von Limikolen (Watvögeln) wie Alpenstrandläufer, Bekassinen, Zwergstrandläufer etc. ist bemerkenswert. Ein großes Erlebnis ist auch der Durchzug von Trauerseeschwalben im April bzw. Mai.

 

Es vergeht kaum ein Insel-Tag, an dem kein reiches Vogelleben herrscht. Das ändert sich nur dann, wenn im Winter häufiger der Seeadler auftaucht. In den Wintern der letzten Jahre hat sich im Vordeichbereich eine Überwinterungstradition von Gänsen ausgebildet, speziell der Graugans (Anser anser) sowie der hochnordischen Blässgans (Anser albifrons), die über Monate die Grünflächen als Rast bzw. Futterplatz nutzen.

 

Pflegemaßnahmen:

Regelmäßige Mahd und Beweidung durch Schafe. Entfernung der Vegetation aus den Prielen um die Durchströmung der Wasserflächen zu erhalten. Wir sind dem WS-Amt Lauenburg dankbar, dass die Vergrößerung der Sandbank seit Jahren toleriert wird.

Im Bereich der Vogelinsel (Zentralfläche u. Sandbank) und dem kleinen Waldstück werden durch Herrn Dr. Ringe regelmäßige Vogelzählungen durchgeführt.