UFERSCHWALBEN 2003

Im Februar dieses Jahres wurden alle Kiesgruben der Fa. Wunder aufgesucht ,um potentielle Brutplätze für die Uferschwalben festzustellen. Es wurde ein Vorschlagskatalog erarbeitet und mit der Fa. WUNDER (H. Hempelt) abgestimmt und dann arbeitsmäßig umgesetzt.


Bild: Uferschwalbenwand in Lüttow mit Kletterspuren des Steinmarders und mit von ihm geöffneten Brutröhren

In folgenden Kiesgruben wurden Arbeitseinsätze durchgeführt:

Ort / Wunder Kiesgruben

Einsätze

LÜTTOW 1 / Ost

7

LÜTTOW 2/ West

10

WIERSHOP

10

WOLTERSDORF

5

ZWEEDORF 1/Süd

4

ZWEEDORF 2/Nord

4

Zwischensumme:

40

Ort / außerhalb der Wunder Kiesgruben


BUCHHORST

4

GREVEN

1

Summe insgesamt:

45

Zu den Kiesgruben im Einzelnen:

LÜTTOW - 1

Die auf der Ostseite des Sees befindlichen kleineren Steilwände wurden von den Uferschwalben nicht angenommen. Im Südbereich brüteten 10 Paare an der präparierten Steilwand. Zur 2. Brut siedelten sich rund 150 Paare im Schwimmbaggerbereich an. Nach Rücksprache mit der Firma wurde erfreulicherweise der Schwimmbagger über Wochen vor dem Brutbereich gestoppt,so dass die Schwalben flügge werden konnten. Im Mutterbodenbereich zwischen Lüttow 1 und Lüttow 2 siedelten an der Nordhalde 80 und an der Südhalde rund 100 Paare.

LÜTTOW -2

Die im Februar hergestellten Wände auf der Ost –bzw. Westseite des Sees wurden nur im geringen Umfang (5 Paare) angenommen. Ein großer Teil der Wände war durch die Erosion zusammengebrochen. Am Verbindungsweg zwischen Lüttow 1 und Lüttow 2 siedelten an einer Sandwand rund 80 Paare. Hier gab es aber sichtbare Ausfälle durch den Steinmarder(Krallenspuren).Aus diesem Grunde wurde die Wand nachgearbeitet.

WIERSHOP

In der alten Grube, die z.Zt. aufgefüllt wird, entstanden an der Westseite 10 Brutröhren. Im Abbaugebiet “Rappenberg“ wurde seitens der Firmen BUHCK und WUNDER die komplette Südkante für die Uferschwalben ( ca 200 m) reserviert. Durch manuelle Arbeiten wurde die Abbruchkante versteilt. Hier brüteten rd. 200 Paare. Im westlichen Teil der Abbruchkante siedelten rd.80 Paare,

WOLTERSDORF

An der Ostseite der Grube, neben dem Fahrweg,wurde der Mutterboden versteilt. Hier wurden im Mai rd. 160 Brutröhren gezählt. Präparierte Wände am weithin sichtbaren Sandberg(gewachsener Boden) wurden von rd. 100 Paaren beflogen.

ZWEEDORF 1/Süd

Am Spülgraben brüteten im Mutterbodenbereich rd .70 Paare. Die mit Maschinenunterstützung hergerichteten Wände im Mutterbodenbereich Ost dienten 25 Paaren als Brutplätze.

ZWEEDORF 2 /Nord

An der großen Sandhalde (östlich des Fahrweges) brüteten an vorbereiteten Wänden erstmalig 25 Paare. An der gegenüberliegenden Mutterbodenhalde wurden an der durch Abbaumaßnahmen entstanden Steilwand rd. 20 Paare und an der Nordseite 18 Paare in der präparierten Wand gezählt.

Außerhalb der WUNDER –Kiesgruben:

GREVEN

Auf diesem Treuhandbesitz brüteten an vorbereiteten Wänden rd. 40 Paare Uferschwalben.

BUCHHORST

Trotz größeren Arbeitseinsatzes für die Steilwände kam es nur zur Brut von 5 Paaren.

ALLGEMEIN:

Die Schwalbenbestände gehen nach wie vor stark zurück, insbesondere bei den Rauch –und Mehlschwalben:

* Polizeistation Geesthacht: 20 Paare Mehlschwalben in 2002 ->3 Paare in 2003.

* Klärwerk Geesthacht: 6 Paare Rauchschwalben in 2002 ->2 Paare in 2003.

Die GRÜNDE :

a) Unruhigeres Wetter mit Stürmen und Temperaturkapriolen während der Zugzeit aufgrund der Klimaänderung.

b) Durch das starke Bevölkerungswachstum in Afrika und der damit einhergehenden Umweltzerstörung ergeben sich schlechtere Überwinterungsmöglichkeiten für die Schwalben.

c) In Afrika wird nach wie vor DDT zur Insektenbekämpfung eingesetzt. Bei der Insektenaufnahme durch die Schwalben wird das DDT im Fettgewebe der Vögel abgelagert und beim Rückflug durch den Abbau des Fettgewebes freigesetzt.

d) Bei den Uferschwalben existiert nach wie vor das Problem,dass bei Renaturierung von Kiesgruben aufgrund behördlicher Anweisung Steilwände eingeebnet werden und somit keine Brutplätze mehr vorhanden sind.

G. Förster, Interessengemeinschaft Uferschwalbenschutz