Schwalben in Geesthacht 2006


I n Geesthacht gibt es 3 größere Schwalbenkolonien , die von der NABU – Ortsgruppe Geesthacht betreut werden.


1) Ein größeres Vorkommen von Mehlschwalben gibt es am ehemaligen Gebäude der Deutschen Post World Net. Hier pendelt der Bestand in den letzten Jahren um die 70 Paare. Um Reklamationen wegen der Verschmutzungen durch die Schwalben zu vermeiden, wurden, wie seit vielen Jahren, die Verschmutzungen durch den NABU (Fö.) 2 mal die Woche an den Fenstern und den Gehwegplatten entfernt. Auch die Fenster der Arztpraxis in dem gleichen Gebäude wurden in diese Aktion einbezogen. Im Oktober wurden die Schmutzfangbretter unterhalb der Nester mit Hilfe der FREIWILLIGEN FEUERWEHR Geesthacht gereinigt.


2) An der Polizeizentralstation in Geesthacht brüteten erfreulicherweise im Vergleich zu 2005 7 Paare mehr ( 17 Paare ). Es kann sich um eine Ansiedlung von Mehlschwalben handeln, die die an anderer Stelle vorhandenen Brutplätze des Vorjahres nicht mehr benutzen konnten. Die Verschmutzungen wurden auch an diesem Gebäude 2 mal wöchentlich vom NABU entfernt. Die Freiwillige Feuerwehr half bei der Reinigung der Schmutzfangbretter mit einer Drehleiter.


3) Im Klärwerk Geesthacht war die Saison für die Rauchschwalben durch den Umbau der Schlammentwässerung recht schwer. Es mussten Nester entfernt werden, um die nötigen neuen Leitungen für neue Aggregate zu ziehen. Aber unentwegt bauten die Schwalben neue Nester. So gelang es ihnen mit Ausdauer und Geschick in 5 Nestern Junge aufzuziehen. .Aus einem Mehlschwalbennest, dass durch den Umbau weichen musste, wurden 4 junge Mehlschwalben entnommen und vom NABU (Fö.) von Hand aufgezogen. Nach Erreichen der Flugreife wurden sie am gleichen Ort wieder ausgewildert.


Eine Sondersituation ergab sich durch den Abbruch der ehemaligen Menzer – Werft in Geesthacht. Der NABU wurde darauf aufmerksam gemacht, dass in der Werfthalle noch Schwalben brüten. Nach erheblichen technischen und rechtlichen Schwierigkeiten konnten am 25.8. mit Hilfe des Lampenwagens der Stadt Geesthacht 3 Rauchschwalben, vielleicht 3 Tage alt ,dem Nest entnommen werden. Eine Jungschwalbe starb bereits nach 3 Tagen. Die beiden anderen wurden vom NABU (Fö. ) von Hand aufgezogen und in der Wohnung zur Flugreife gebracht. Zu diesem Zeitpunkt waren im Bereich Geesthacht keine Schwalben mehr festzustellen, sie waren bereits zu ihrem Winterquartier aufgebrochen. Die Jungen hatten den Anschluss an die Reise verpasst. In einer aufwendigen Aktion wurden diese beiden recht zutraulichen Schwalben von ihrem Schwalbenbetreuer am 15 . September nach Mailand geflogen, um ihnen das große Hindernis der Alpen aus dem Weg zu räumen. Eine der beiden Schwalben konnte sich gleich am Flughafen einem durchziehenden Schwalbenschwarm anschließen. Die 2. Schwalbe wollte absolut nicht abfliegen und wurde wieder mit nach Hamburg genommen. Nach 3 Tagen startete auch sie in den Süden. Rechtlich war die Aktion schwierig durchzuführen. Nach den geltenden Flugbedingungen dürfen im Passagierraum zwar Katzen und Hunde ,aber keine Kleinvögel mitgeführt werden .Nach längeren Verhandlungen und erst nach Zustimmung des Flugkapitäns konnte die Aktion ablaufen. Auf dem Rückflug ergab sich die gleiche Problematik. Aber auch hier stimmte der Flugkapitän zu.


( G. Förster )