40 Jahre 1994 – 2004

40 Jahre NABU Geesthacht

Im Oktober 2004 hatte der NABU Geesthacht seinen 40jährigen Geburtstag. Die Feier wird auf der Jahreshauptversammlung am 28. Januar 2005 nachgeholt. Um die vielen Ereignisse in geraffter Form zu dokumentieren, hat Harald Schneider eine Zeittafel erstellt. Dahinter verbergen sich viele Erlebnisse: traurige Anlässe, wenn wieder ein Stück Natur verschwand, spannende Augenblicke bei der Beobachtung am Hachede-Sand, harte Diskussionen im Kreis der Aktiven, oft bis spät in die Nacht, und Arbeitseinsätze, draußen in der Natur oder bei der Vorbereitung von Ausstellungen, dem Schreiben von Stellungnahmen und Eingaben. Fast ein Wunder ist es, dass der Kreis der Aktiven solange zusammengehalten hat. Als die Ortsgruppe am 10. Oktober 1964 von 20 Geesthachter Bürgern unter der Leitung von Werner von Hahn gegründet wurde, damals noch als Bund für Vogelschutz (BfV), trafen sich in erster Linie Vogelliebhaber. Nistkästen und Beringung waren die beiden wichtigsten Themen, daneben die Pflege verletzter Vögel, die Winterfütterung und – für Werner von Hahn besonders wichtig - Jugendliche für die Vogelbeobachtung und den Vogelschutz zu begeistern. Interessant ist, dass das Durchschnittsalter der Gründungsmitglieder mit 57 Jahren ähnlich hoch war wie heute das mittlere Alter des aktiven Kerns. Ein Teil dieses aktiven Kerns übernahm 1977 die Leitung der Gruppe im nunmehr Deutschen Bund für Vogelschutz (DBV). Zu den Vorstandsmitgliedern gehörten Dr. Friedhelm Ringe, Henry Fischer, Gerd Förster, Hartwig Jürgens und Helmut Knust, der seitdem, für jetzt 28 Jahre, unsere Kasse sorgfältig verwaltet.

Mit der Übernahme der Gruppe durch die damals „jungen Wilden“ erweiterte sich auch das Aufgabenspektrum der Gruppe: umfassender Biotopschutz, Naturpflege, Öffentlichkeitsarbeit, Einflussnahme auf Politik und Verwaltung, Jugendarbeit waren die großen Themen. Wichtigstes Bindemittel war die Freundschaft zwischen den Aktiven, die durch gemeinsame Exkursionen, Naturerlebnisse und Arbeitseinsätze in der Natur gefestigt wurde. Nur so war (und ist) die oft frustrierende Arbeit des Naturschutzes zu ertragen. Eines der Gebiete, um die sich die Gruppe seit 1977 kümmert, ist der Hachede-Sand. Andere Dauerprojekte sind der Amphibienschutz im Bistal unter der Leitung von Harald Schneider, der erfolgreiche Fledermausschutz von Herbert Bahr, die Schwalbenschutzaktionen von Gerd Förster oder die Frühjahrsführungen „Was singt denn da?“. Von Bedeutung war auch die Zusammenarbeit mit dem Geesthachter Umweltamt, das von Jürgen Vollbrandt als Umweltdezernent mit viel Einsatz aufgebaut wurde. NABU Mitglieder waren und sind im Umweltbeirat und im Agenda-21-Rat der Stadt aktiv. Besondere Erfolge und Ereignisse waren die Unterschutzstellung der Besenhorster Sandberg, um die jahrelang gerungen wurde, die Ankäufe von nunmehr 5 Waldstücken in der Umgebung Geesthachts, unser Grünes Wanderbuch, das demnächst als neue Auflage erscheinen soll, zweimal die Verleihung des Umweltpreis der Stadt Geesthacht an den NABU und die Verleihung des Umweltpreises der Stiftung Herzogtum Lauenburg an Gerd Förster, Herbert Bahr und Friedhelm Ringe. Unser Ehrenmitglied Paul Packulat erhielt 2003 die Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein aus der Hand unserer Ministerpräsidentin Heide Simonis. Seit Mai 2000 ist der NABU Geesthacht auch im Internet vertreten unter:
www.nabu geesthacht.de.

Weitere Ereignisse im Laufe der 40 Jahre sind in der von Harald Schneider aus Akten und Artikeln in der Presse zusammengestellten Chronologie zu ersehen:



Okt. 1964 Gründung der DBV- Ortsgruppe Geesthacht am 10.10.1964. Der Vorstand besteht aus: Werner v. Hahn, Heinrich Alpheis, Herbert Henkner

Apr. 1969 Von Hartwig Jürgens werden zum ersten Mal Frühjahrsführungen "Was singt denn da?" geleitet (2.4.-14.5.).

Dez. 1972 W.v. Hahn bekommt vom DBV- Bundesvorstand das Goldene Ehrenzeichen für 50 jährige Tätigkeit im DBV

Nov. 1976 Erste Arbeiten auf der Vogelinsel (Hachede-Sand)

Nov. 1977 1. Wechsel im Vorstand v. Hahn > Dr. F. Ringe am 18.11. Der Vorstand besteht aus: Dr. Friedhelm Ringe, Henry Fischer, Helmut Knust, Gerd Förster

Nov. 1977 1. Satzung zum Schutz des Baumbestandes und der Knicks in der Stadt Geesthacht

Mai 1978 Der Fährgraben wird von der Ev.-lutherischen Kirchengemeinde Marschacht gepachtet

Mai 1979 Waldkauf im Großen Brook: 24.217 qm am 31.05.1979

Juli 1979 Besenhorster Sandberge sollen unter Schutz gestellt werden

Feb. 1981 Teichgebiet am Börmsoll soll kein Kleingartengebiet werden

März 1981 Im Bistal wird der NABU zum Schutz der wandernden Erdkröten aktiv, einer der ersten Amphibienschutzzäune in Schleswig-Holstein wird seitdem in jedem Jahr aufgebaut

Okt. 1981 Laichgewässer für Laubfrösche wird im Kreisforst Hamwarde angelegt

Nov. 1982 Werner v. Hahn verstorben (8.11.)

Jan. 1984 DBV- Ortsgruppe Geesthacht soll e.V. werden

Feb. 1986 Pacht der Wiesen im Bistal (Ostseite)

Juni 1986 Totfunde von Uhu und mehreren Kolkraben

Sept. 1986 Ein Laichgewässer wird im Bistal (Ostseite) angelegt

Okt. 1986 Umweltpreis der Stadt Geesthacht an den DBV

März 1987 Erbschaft: Hamwarde, Mühlenstraße -- Einfamilienhaus, Grundstück 3687qm

Feb. 1988 Der Ehrenpreis "Lady Chadderton" wird an die DBV Ortsgruppe Geesthacht verliehen.

Feb. 1989 2. Wechsel im Vorstand Dr. F. Ringe > Dr. R. Doerffer. Der Vorstand besteht aus: Dr. Roland Doerffer, Rudolf Pohle, Helmut Knust, Ellen Heidelmann

Feb. 1990 Waldkauf "Heidkoppel" 17.455 qm.

Mai 1990 Deutscher Bund für Vogelschutz (DBV) wird Naturschutzbund Deutschland (NABU)

Feb. 1993 der NABU Geesthacht bekommt eine neue Satzung

Dez. 1993 Besenhorster Sandberge werden Naturschutzgebiet

Nov. 1994 Zum 30jährigen Jubiläum NABU-Geesthacht erscheint der Wanderführer

Feb. 1997 3. Wechsel im Vorstand Dr. R. Doerffer > H. Jürgens. Der Vorstand besteht aus: Hartwig Jürgens, Rudolf Pohle, Helmut Knust, Hartmut Haberlandt

Apr. 1997 Antrag auf Ausweisung eines Naturschutzgebietes im Bistal, Gemeinde Escheburg bei Geesthacht

Juni 1997 Das Hohe Elbufer zwischen Tesperhude und Lauenburg wird Naturschutzgebiet

Aug. 1997 Umweltpreis der Stiftung Herzogtum. Lauenburg wird an Herbert Bahr und Dr. Friedhelm Ringe vergeben

März 1998 HEW setzt am Pumpspeicherbecken 50 Jacobsschafe auf 16 Hektar Weide ein

März 1998 NABU Gruppe-Geesthacht hat 500 Mitglieder

Juli 1998 Die neue Fischtreppe wird am Wehr durch die 11. Elbe-Konferenz eingeweiht

Sept. 1998 Schlafbunker für Fledermäuse in den Besenhorster-Sandbergen ist zerstört worden

Sept. 1998 Der Rappenberg soll zur Kiesgewinnung von der Stadt und den Kreis verkauft werden

Mai 2000 1. Nachtigallen Nacht auf dem Geesthachter Werder

Mai 2000 Waldkauf "Stühtow" 17.223 qm und "Haewenkoppel" 27.101 qm, gesamt: 44.324 qm

Feb. 2001 4. Wechsel im Vorstand H. Jürgens > W. Staudte. Der Vorstand besteht aus: Wolfram Staudte, Rudolf Pohle, Helmut Knust, Hartmut Haberlandt

Mai 2001 2. Nachtigallen Nacht auf den Geesthachter Werder

Aug. 2001 1. FÖJ- Jahr in Geesthacht beginnt für Julia Schwienheer

Mai 2002 3. Nachtigallen Nacht auf dem Geesthachter Werder

Aug. 2002 2. FÖJ-Jahr in Geesthacht beginnt für Anna Barduhn

Mai 2003 4. Nachtigallen Nacht auf dem Geesthachter Werder

Juni 2003 NABU-Ortsgruppe Geesthacht betreut den Hachede-Sand 25+1 Jahr, es erscheint eine Festschrift

Aug. 2003 3. FÖJ-Jahr in Geesthacht beginnt für Friedrike Schäfer

Jan. 2004 Auf der Werfthalbinsel werden die ersten Biberspuren gefunden

Mai 2004 5. Nachtigallen Nacht auf dem Geesthachter Werder

Aug. 2004 4. FÖJ-Jahr in Geesthacht beginnt für Melina Jekel

Okt. 2004 Waldkauf im Großen Brook, 25.726 qm

Dez. 2004 Die NABU Gruppe hat über 800 Mitglieder



Roland Doerffer, 11.1.2005