
»Erste Hilfe« für Fledermäuse
Fledermäuse sind völlig harmlose Insektenfresser und bevorzugen wie jedes Wildtier die Distanz zum Menschen.
Fledermäuse nur im NotfaII und dann behandschuht anfassen, sie können recht schmerzhaft beißen.
Bleiben Sie ganz ruhig, öffnen Sie die Fenster so weit wie es möglich ist, löschen Sie das Licht und beobachten Sie das Davonfliegen der Fledermäuse. Handelt es sich um ein einzelnes Tier, welches unverletzt und munter wirkt, aber am Boden oder sonstwo im Zimmer sitzt, dann ziehen Sie feste Lederhandschuhe (z.B. Gartenhandschuhe) an und setzen das Tier vorsichtig an einen warmen, von Katzen und Hunden nicht erreichbaren Ort (Balkon, ins offene Fenster, Baum). Ist es nach 1 Stunde nicht abgeflogen, bitte die AG Fledermausschutz anrufen.
Bitte lassen Sie die Tiere ungestört. Melden Sie Ihren Fund der AG Fledermausschutz, damit wir mit Ihnen die Sicherung des Quartiers besprechen können. Freuen Sie sich über diese seltenen Gäste. Wer Fledermäuse unter seinem Dach beherbergt, kann sicher sein, dass hier noch alles in natürlichem Zustand ist.
Verschließen Sie den Kasten sofort wieder ohne die Tiere zu berühren oder herauszunehmen. Bitte die AG Fledermausschutz benachrichtigen. Wenn es Ihnen möglich ist, hängen Sie einen oder mehrere Vogelnistkästen und Fledermauskästen in der näheren Umgebung dazu.
Bitte die Tiere nicht stören und weder berühren noch anleuchten. Sie befinden sich im Winterschlaf, um die nahrungsarme Zeit zu überstehen. Eine Störung würde unter hohem Energieaufwand zum Aufwachen der Tiere führen. Die Folge: Die Fettreserven für das Erwachen im Frühjahr wären verbraucht, die Fledermäuse müssten sterben.
Finden Sie am Tage eine Fledermaus regungslos am Boden liegen, benachrichtigen Sie bitte gleich die AG Fledermausschutz.
Sie selbst können ,,Erste Hilfe" leisten, indem Sie mit behandschuhten Händen das Tier in einen zugluftfreien, etwas warmen Raum bringen und es auf saugfähiges Papier setzen (Küchenkrepp, Klopapier).
Fledermäuse haben einen hohen Wasserbedarf. Mit einer Pipette oder auf einem Teelöffel kann dem Tier das Wasser an das Maul gehalten werden (nicht an die Nasenlöcher!).
Ein paar Tropfen reichen dem Tier als erste Hilfe.
Totfunde von Fledermäusen müssen gemeldet werden. Nach Abholung durch die AG Fledermausschutz werden die Tiere der Universität zu Forschungszwecken zur Verfügung gestellt.
Tote Tiere bitte in ein sauberes, verschließbares Glas legen und bis zur Abholung kühl stellen.
Unsere Fledermäuse gehören zur höchstbedrohten Säugetiergruppe in Mitteleuropa. Alle bei uns heimischen Arten mussten in die ,,Rote Liste" aufgenommen werden. Daher ist es verboten, diese Tiere in ihren Quartieren und ihren Lebensräumen in irgendeiner Weise zu stören.
Bitte auch hier die AG Fledermausschutz informieren, damit die Zukunft des Quartiers besprochen werden kann.
In Geesthacht Herbert Bahr Tel. 04152 6392
| NABU Geesthacht, R. Doerffer, 18. Aug. 2000 | Quelle: Infoblatt des NABU Hamburg |
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